RESONANZ
RAUM
Etwas ins Leben rufen
Stimme ist ein Instrument unserer Schöpferkraft.
Unsere Sprache spricht tiefere Wahrheit, als wir manchmal hören. Du kennst diesen Ausdruck sicher: etwas ins Leben rufen. Und tatsächlich verbindet uns diese Formulierung mit etwas sehr Altem und sehr Tiefen, das wir aus allen Religionsphilosophien kennen: der Macht des gesprochenen Wortes und Schwingung unserer Stimme.
Als die Welt noch nicht so hochdifferenziert, aufwändig und laut war wie heute, waren die Menschen noch viel näher dran an dieser Wirkung. Sie priesen mit ihren Gesängen die Schöpfung, das Universum, Gott, wenn die Ernte gut war, ihnen ein gesundes Kind geboren wurde oder ihnen etwas anderes Wunderbares widerfahren war.
Papiiiiiiiiii!
Wir wohnen mit zwei Parteien in einem großen Haus. Meine Nachbarn haben eine kleine Tochter. Die ist dreieinhalb.
Das ist grundsätzlich kein Problem. Dreieinhalbjährige Menschen sind schließlich klein, niedlich und meistens ausgesprochen unterhaltsam. Es gibt allerdings Tageszeiten, zu denen ich kein Entertainment bestellt habe. Zum Beispiel morgens. Sehr früh morgens. Und genau dann sitzt dieses Kind manchmal auf der Treppe auf der anderen Seite der Wand, an der mein Schlafplatz liegt.
Und dann ruft sie: „Papiii?“ - Völlig normal. Dann noch einmal: „Paaaapiiii!“ - Auch noch normal. Papi ist aber grad im Bad oder anderweitig beschäftigt. Dann wird es interessant. Denn plötzlich wird aus „Papi“ kein Ruf mehr, sondern ein stimmliches Experiment.
Warum “einfach loslassen” nur die halbe Wahrheit ist
Wir alle sind durch unsere vielfältige Arbeit an uns, mit uns selbst und – wenn wir Coaches oder Berater sind – auch mit anderen, häufig schnell mit der Phrase bei der Hand:
„Du musst einfach loslassen.“
Diese Aufforderung findet in der Yogastunde statt.
Beim Coaching.
Bei der Atemarbeit.
Beim Singen.
Beim Meditieren.
In Gesprächen mit unserem Partner, mit unseren Freundinnen, unserem nächsten Umfeld, am Arbeitsplatz und so weiter.
Überall werden wir aufgefordert, doch endlich einmal loszulassen und damit unsere Anspannung, unser Festhalten und unser Wollen aufzugeben. Und tatsächlich hat das etwas sehr Segensreiches und sehr Heilsames.
Aber mit diesem „Lass doch mal los“ gehen wir nur die Hälfte des Weges.
Post-COVID bei Gesangsprofis: Wenn der Stimme die Energie fehlt
Eine oder mehrere COVID-Infektionen können für eine professionelle Gesangs- oder Sprechkarriere existenzbedrohend sein. Wenn das Singen oder freie Sprechen plötzlich unendlich mühsam ist und die gewohnte Kraft im Körper fehlt, beginnt fast jeder Profi instinktiv, technisch dagegen anzukämpfen.
Dies kann zu einer gefährlichen Abwärtsspirale führen. Stimmtechnik kann nicht reparieren, was auf energetischer und neurologischer Ebene fehlt. Anspruchsvolle Stimmperformance fordert das Gesamtsystem massiv heraus. Nach einer Infektion ist dieses Fundament jedoch im Kern erschöpft. Wer jetzt versucht, das Problem rein über Technik zu lösen, arbeitet sich nur weiter in die Erschöpfung hinein und riskiert funktionale Dauerschäden.
Wie transgenerationale Muster unsere Stimme blockieren
Wenn ich mit Klientinnen über einen längeren Zeitraum intensiv arbeite, kommt unweigerlich der Moment, an dem der Prozess ins Stocken gerät. Im Stimm- und Präsenztraining zeigt dieses Stocken meist an, dass sich eine tiefere Schicht im System meldet, die bereit ist, angeschaut und gelöst zu werden.
Oft handelt es sich dabei um Anteile, die nicht aus dem eigenen, bewussten Erfahrungsraum der Klientin stammen, sondern aus ihrer Familiengeschichte. Es ist der Punkt, an dem systemische Biografie- und Ahnenarbeit ansetzt.
Post-Event-Processing: Warum Frauen ihre Erfolge gedanklich sezieren
Kennen Sie diesen Moment im Business-Alltag, wenn ein wichtiges Projekt, ein Pitch oder eine Präsentation hervorragend gelaufen ist – aber Ihr Kopf Tage später beschließt, das gesamte Ereignis in Schutt und Asche zu legen?
Dieses Thema begegnet mir in meinen Coachings für Bewusstsein und Identität häufig. Und ich kenne es selbst nur zu gut: Ich erinnere mich oft an eine Dynamik aus meiner Zeit als Sängerin. Ich hatte auf der Bühne absolut abgeliefert – die Stimme lief, die Stimmung im Raum war großartig, die Kollegen waren glücklich. Es war ein rundum erfolgreicher Auftritt. Doch in der Woche darauf passierte regelmäßig etwas völlig Absurdes.
Die Kerle hören mir einfach nicht zu - Frauenstimmen in Männerdomänen
Es ist ein Phänomen, das mir in meiner Arbeit mit Klientinnen immer wieder begegnet: Eine Frau betritt den Raum – fachlich brillant, mit jahrzehntelanger Erfahrung im Gepäck und einer Kompetenz, die eigentlich keine Fragen offenlassen sollte. Doch sobald das Meeting beginnt, die Verhandlung startet oder die strategische Debatte Fahrt aufnimmt, passiert es: Sie wird überhört.
Ihre Argumente werden erst dann wirklich wahrgenommen, wenn sie wenige Minuten später von einem männlichen Kollegen mit tieferer Stimme wiederholt werden. Der Frust ist vorprogrammiert, und die Diagnose scheint schnell gestellt: Es liegt am patriarchalen Umfeld. - Doch, so einfach ist das nicht!
Wenn die Stimme zittert: Drei neurobiologische Rescue-Tools bei Adrenalin-Flash
„Hilfe, ich bin so aufgeregt!“ – Ob wichtiger Vortrag, eine Präsentation vor dem Vorstand oder ein entscheidender Pitch: Die Stresssymptomatik im Körper ist immer dieselbe. Der Blick verengt sich zum Tunnelblick, der Atem wird flach und es fühlt sich an, als ob man augenblicklich den Kontakt zum eigenen Körper verliert.
Das Wichtigste vorweg: Das passiert auch den Besten. Eine gute fachliche Vorbereitung schützt das Nervensystem nicht zwingend vor einem plötzlichen Trigger. Wenn die körperliche Stressreaktion erst einmal anspringt, hilft kein rationales Zurechtreden mehr. Was Sie in diesem Moment brauchen, sind konkrete, körperliche Interventions-Tools, die das System fast augenblicklich regulieren.
Lampenfieber in souveräne Präsenz verwandeln? - Das geht!
Das Scheinwerferlicht und das plötzliche Herzklopfen vor einem Auftritt sind längst nicht mehr nur Bühnenkünstlern vorbehalten. Sie betreffen jede Person, die im Business-Alltag Verantwortung trägt und vor einem Publikum sprechen muss – ob auf einem Kongress, beim Pitch vor Investoren, bei der Präsentation im Boardroom oder im wichtigen Video-Call.
Während erfahrene Profis gelernt haben, mit diesem Adrenalinschub zu leben und ihn als Energiequelle für Höchstleistungen zu nutzen, führt der Stress bei vielen Fach- und Führungskräften zu massiven Blockaden. Die Folge: Wichtige Inhalte kommen nicht so an, wie sie eigentlich sollten. Das Gehirn wirkt wie leergefegt, die Stimme zittert, die Hände sind feucht und der Kreislauf spielt verrückt. Und das oft nicht erst auf der Bühne, sondern schon Tage vorher.
Warum Präsenz-Tricks dich nicht authentisch machen
In der Arbeit mit der Stimme geht es selten um das, was vordergründig formuliert wird. „Ich möchte professioneller klingen.“, „Ich möchte präsenter sein.“ oder „Ich möchte authentisch wirken.“ sind Wünsche, mit denen Klientinnen zu mir kommen – von der ambitionierten Gründerin bis zur gestandenen Führungskraft. Die reine Vermittlung von Tricks und Techniken ist eine oberflächliche Methode, um diese Bedürfnisse schnell zu bedienen. Damit erzielt man vielleicht einen kurzen Effekt. Um jedoch nicht nur präsent zu wirken, sondern es tatsächlich zu sein, bedarf es einer völlig anderen Vorgehensweise.
Mit der Stimme überzeugen: Warum Ihr stärkstes Kapital oft ein blinder Fleck ist
Sie können die beste Präsentation vorbereitet haben – wenn Ihre Stimme nicht trägt und Ihre Botschaft nicht unterstützt, bleibt die Wirkung aus, die Ihre Kompetenz eigentlich verdient. Viele Frauen im Business setzen bei ihren Präsentationen konsequent auf Fachwissen, Kleidung und Körpersprache. Doch ihr wichtigstes Werkzeug bleibt oft ungenutzt: die eigene Stimme. Sie ist mächtig, immer präsent und doch bei vielen ein blinder Fleck.
Wirkung ist kein Zufall, sondern gestaltbar. Seit über 35 Jahren arbeite ich als Designerin für Corporate Design und Markenentwicklung und habe gelernt, wie sehr Details über Wahrnehmung und Status entscheiden. Seit 15 Jahren verbinde ich dieses Wissen mit dem Training von Stimme, Körper und Bewusstsein. Auf diesem Blog erzähl ich in unterschiedlichen Perspektiven aus meiner Arbeit.