Etwas ins Leben rufen
Stimme ist ein Instrument unserer Schöpferkraft.
Unsere Sprache spricht tiefere Wahrheit, als wir manchmal hören. Du kennst diesen Ausdruck sicher: etwas ins Leben rufen. Und tatsächlich verbindet uns diese Formulierung mit etwas sehr Altem und sehr Tiefen, das wir aus allen Religionsphilosophien kennen: der Macht des gesprochenen Wortes und Schwingung unserer Stimme.
Als die Welt noch nicht so hochdifferenziert, aufwändig und laut war wie heute, waren die Menschen noch viel näher dran an dieser Wirkung. Sie priesen mit ihren Gesängen die Schöpfung, das Universum, Gott, wenn die Ernte gut war, ihnen ein gesundes Kind geboren wurde oder ihnen etwas anderes Wunderbares widerfahren war.
Und sie klagten durch Gesänge über ihre Verluste, ihre Schmerzen und ihre Trauer.
Beides waren Formen des Selbstausdrucks, der Freude, der Entlastung und der Stressreduktion. wW der Tanz oder die Malerei.
Und dann gab es einige unter ihnen, die verstanden, dass die Arbeit über die Stimme keine Einbahnstraße ist, und nicht nur dem Selbstausdruck dienen kann, sondern ein Mittel, um sich selbst in eine bestimmte Art von Bewusstseinszustand zu versetzen.
Heute würde man sagen: das Nervensystem beruhigen, so dass wir wieder ganzheitlich kommunizieren und klar schauen können.
Sie perfektionierten diese Art der Arbeit und wurden Schamanen, priester, Mönche, Seherinnen oder einfach weise Männer und Frauen, die ihre Stimme nutzen, um zu beruhigen, herauszufordern, zu ermuntern und zu heilen.
Und manche von ihnen waren auf diese Weise in der Lage, Dinge, absichtsvoll ins Leben zu rufen, indem sie durch akustische Resonanzen bestimmte Felder stärken, in denen sich Harmonie, Kraft und Klarheit entwickeln konnte.